Bestandteile und Zusammensetzung

Bestandteile des Strompreises

Bestandteile des Strompreises

Der Strompreis, den Sie als Kunde an Ihren Stromlieferanten bezahlen, setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen. Zu regulierten Bestandteilen (rote Markierung) gehören die Netzentgelte. Daneben gibt es noch die gesetzlichen Umlagen und Abgaben (gelbe Markierung), die ebenfalls vorgegeben und daher für alle Anbieter gleich sind. In der dritten Gruppe der preisbildenden Elemente (grüne Markierung) sind die Kosten für den Stromeinkauf (Beschaffung) und Vertrieb (inkl. Marge) abgebildet. Nur diese Gruppe bildet den eigentlichen Wettbewerb ab.


Fazit: Über drei Viertel der Stromkosten sind reguliert, das heißt, wir als Stromlieferant haben keinen Einfluss auf die Höhe dieser Preisbestandteile, müssen diese aber bei der Kalkulation unserer Stromtarife berücksichtigen.


Regulierte und nicht-regulierte Preisbestandteile im Vergleich*

Regulierte vs. Nicht regulierte Preisbestandteile

*Tarif: herbornStrom; Jahresverbrauch 3500 kWh (Stand 01/2020)

Weitere Infos zu den einzelnen Bestandteilen finden Sie hier:


Netzentgelte sind im liberalisierten Energiemarkt Entgelte, die Strom- und Gasnetzbetreiber für die Netznutzung zur Netzdurchleitung von den Netznutzern erheben. Mit diesen Entgelten finanziert der zustände Netzbetreiber den Erhalt und Ausbau seines jeweiligen Netzgebietes. Jede Zählerstelle muss ein Netzentgelt entrichten. Da Strom- und Gasnetze natürliche Monopole sind, und sich die Preise für die Netznutzung nicht im freien Wettbewerb bilden können, wird die Höhe der Netzentgelte reguliert. Dies geschieht durch die jeweilige Regulierungsbehörde (hier: Landesregulierungsbehörde) und beruht auf der sogenannten Erlösobergrenze. Diese wird für jeden Netzbetreiber individuell berechnet und festgesetzt. Aus dieser Erlösobergrenze bildet der Netzbetreiber die verursachergerechten Netzentgelte für alle Netzebenen und Netzfunktionen. Die Höhe der Netzentgelte muss vom Netzbetreiber im Internet veröffentlicht werden. Gesetzliche Grundlage bilden die Bestimmungen in § 20 EnWG sowie die Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV).

 

Mit der EEG-Umlage wird die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien gefördert. Die aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) entstehende Mehrbelastungen werden bundesweit einheitlich auf die Letztverbraucher (Kunden) umgelegt. Die EEG-Umlage beträgt für das Lieferjahr 2020 6,756 Cent je Kilowattstunde (netto).

 

Mit der KWKG-Umlage wird ressourcenschonende gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme gefördert. Die aus dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-G) entstehenden Belastungen werden bundesweit einheitlich auf die Letztverbraucher (Kunden) umgelegt. Die KWK-Umlage beträgt für einen Verbrauch bis 1.000.000 Kilowattstunden für das Lieferjahr 2020 0,266 Cent je Kilowattstunde (netto).

 

Mit dieser Umlage wird die Entlastung beziehungsweise Befreiung stromintensiver Unternehmen von Netzentgelten finanziert. Die aus der Strom-Netzentgeltverordnung (StromNEV) entstehenden Belastungen werden bundesweiteinheitlich auf die Letztverbraucher (Kunden) umgelegt. Die Sonderkundenumlage nach § 19StromNEV beträgt für einen Verbrauch bis 1.000.000 Kilowattstunden für das Lieferjahr 2020 0,358 Cent je Kilowattstunde (netto).

 

Die Offshore-Netzumlage (Bezeichnung bis 2018: Offshore-Haftungsumlage) wurde im Jahr 2013 eingeführt, um verlässliche Rahmenbedingungen beim Ausbau der Offshore-Windenergie zu schaffen. Mit deren Einnahmen werden die entsprechenden Kosten aus Entschädigungen bei Störungen oder Verzögerung der Anbindung von Offshore-Anlagen sowie die Kosten aus der Errichtung und dem Betrieb der Offshore-Anbindungsleitungen gedeckt. Die gesetzliche Grundlage basiert auf § 17f des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). Die Offshore-Netzumlage beträgt für einen Verbrauch bis 1.000.000 Kilowattstunden für das Lieferjahr 2020 0,416 Cent je Kilowattstunde (netto).

 

Die Umlage für abschaltbare Lasten wurde im Jahr 2014 erstmals erhoben. Mit der Verordnung wird geregelt, dass sich große Stromabnehmer (zum Beispiel Industriebetriebe) verpflichten können, zeitweise vom Stromnetz genommen zu werden, wenn dies aus wichtigen Gründen der Versorgungssicherheit notwendig werden sollte. Diese Stromabnehmer erhalten für das Vorhalten der abschaltbaren Lasten ein Entgelt. Dieses Entgelt wird als Umlage für abschaltbare Lasten auf alle Kunden umgelegt. Die Umlage für abschaltbare Lasten beträgt im Lieferjahr 2020 0,007 Cent je Kilowattstunde (netto).

 
  • Konzessionsabgaben sind Entgelte für die Einräumung des Rechts zur Benutzung öffentlicher Verkehrswege für die Verlegung und den Betrieb von Leitungen, die der unmittelbaren Versorgung von Letztverbrauchern im Gemeindegebiet mit Strom und Gas dienen.
  • Die Konzessionsabgabenverordnung regelt Zulässigkeit und Bemessung der Zahlung von Konzessionsabgaben der Energieversorgungsunternehmen im Sinne des § 3 Nr. 18 des Energiewirtschaftsgesetzes an Gemeinden und Landkreise (§ 7) (Gesetze im Internet).
 

Mit dem Stromsteuergesetz wurde 1999 eine Steuer auf Elektrizität neu eingeführt. Ziel der Steuer sollte die Förderung klimapolitischer Ziele durch einen sparsameren Umgang mit Elektrizität sein. Gleichzeitig wird ein Teil des Steueraufkommens zur Reduzierung der Beitragssätze für die Sozialversicherung genutzt (u. a. Stabilisierung des Rentenbeitragsatzes. Die Stromsteuer wird im Stromsteuergesetz (StromStG) geregelt. Die Stromsteuer je Kilowattstunde beträgt derzeit 2,05 Cent je Kilowattstunde.

 

Die Bezugskosten ermitteln sich aus dem sehr volatilen Markt an der Strombörse in Leipzig.

Die Nachfrage im Strommarkt ist vor allem durch zeitlich differenziertes Verbraucherverhalten gekennzeichnet. Um diesem Umstand gerecht zu werden, unterscheiden sich die angebotenen Produkte an einer Strombörse vor allem durch die zeitliche Länge der Lieferung. Weiter vereinfachen die Blockprodukte den Handel an der Börse.

Am Terminmarkt werden langfristige Geschäfte mit einer Laufzeit von bis zu mehreren Jahren getätigt. Dadurch können die Teilnehmer eine sichere Grundversorgung über einen längeren Zeitraum hinweg gewährleisten. Da sich Strom aber nicht ökonomisch speichern lässt, werden am Spotmarkt Produkte mit kürzerer Laufzeit gehandelt. Baseload-Blöcke sollen dabei die Grundlast eines Tages abdecken.

Lastprofil eines durchschnittlichen Werktages Lastprofil eines durchschnittlichen Werktages

Ein 24-h-Block bedeutet die Lieferung elektrischer Energie mit konstanter Leistung in der Zeit von 0:00 Uhr bis 24:00 Uhr. Die Handelseinheit sind 24 MWh, das entspricht einer konstanten Leistung von 1 MW. Um die stärkere Nachfrage am Tag gegenüber der Nacht zu berücksichtigen, werden zwischen 8:00 Uhr und 20:00 Uhr Peakload-Blöcke (Spitzenlast) angeboten mit einer Handelseinheit von 12 MWh, was wiederum 1 MW konstanter Leistung entspricht. Um noch feinere Abstufungen in der Tageslastlinie zu ermöglichen, können zusätzlich noch Einzelstundenkontrakte gehandelt werden. Als Off-Peak bezeichnet man die Blöcke vor und nach einem Peakload-Block, zeitlich betrachtet also von 0:00 Uhr bis 8:00 Uhr und von 20:00 Uhr bis 24:00 Uhr. (Wikipedia)

 

Strukturkosten sind Kosten, die sich in der Akquisition, in der Werbung, in der Werks-Administration, in der kaufmännischen und technischen Verwaltung, den Anlagenkosten, in der Logistik, in der Navigationsfähigkeit des Unternehmens abbilden. Die Strukturkosten werden auch Fixkosten, Periodenkosten oder Bereitschaftskosten genannt. (Schäffer-Poeschel, 2010)

 

Marge

 

Die Marge beschreibt die Differenz zwischen den Einnahmen und den Ausgaben. Dabei wird häufig auch vom Gewinn gesprochen. Mit Marge wird der Gewinn und der Überschuss nach Abzug der Kosten in allen Wirtschaftszweigen beschrieben. Werden Einnahmen gemacht, müssen die Kosten abgezogen werden. Am Ende wird ein gewisser Betrag übrig bleiben. Dieser Betrag ist dann die Marge. (XPaket)

 


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