Bestandteile und Zusammensetzung

Bestandteile des Strompreises

Bestandteile des Strompreises

Der Strompreis setzt sich aus Steuern, Umlagen und Abgaben, aus regulierten Entgelten, aus Bezugs- und Strukturkosten sowie einer Marge (Handelsspanne) zusammen.

Reguliert wird die Netznutzung von der zuständigen Landesnetzagentur, welche beim Wirtschaftsministerium der Länder angesiedelt ist, oder je nach Anwendungsfall von der Bundesnetzagentur.

  • In der Stromnetzzugangsverordnung vom 25. Juli 2005 wird unter anderem festgelegt, ab welcher Abnahmemenge ein Endkunde mit einer registrierenden Leistungsmessung oder nach einem Standardlastprofil bilanziert wird.
  • Für die Netznutzung zahlt der Transportkunde (Lieferant) ein Entgelt, das auf Basis der Stromnetzentgeltverordnung vom 25. Juli 2005 für die Nutzung des Stromnetzes beim Verteilnetzbetreiber von der jeweiligen zuständigen Behörde festgelegt wird. In diesem Entgelt ist der Transport des Stromes von der Einspeisung bis zum Endkunden durch alle Netze berücksichtig.
  • Je nach Profiltyp unterscheidet sich auch die Systematik der Entgeltberechnung.
  • Bei Standardlastprofilkunden wird ein Grundpreis und ein Arbeitspreis berechnet. Dieser ist für alle Verbraucher in diesem Segment gleich. Je nach Zählertyp werden Entgelte für den Messstellenbetrieb, die Messung und die einmalige Abrechnung der Netznutzung erhoben.
  • Die Entgelte erhöhen sich um die jeweils im Abrechnungsjahr zu erhebenden Steuern, Abgaben und Umlagen.
 

Mit der EEG-Umlage werden die Kosten, die aus der Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen entstehen, auf die Stromendverbraucher verteilt. Die Höhe des Umlagebetrages ergibt sich aus dem Unterschied der Einnahmen und Ausgaben, die bei der Verwertung des EEG-Stroms aus erneuerbaren Energiequellen entstehen.

Mit der Vermarktung des EEG-Stroms sind seit 2010 die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) auf Grundlage der Ausgleichsmechanismus-Verordnung betraut. Sie ermitteln zum 15. Oktober die Höhe der EEG-Umlage für das Folgejahr in einer Prognose, die zusammen mit Forschungsinstituten anhand der erwarteten Ausgaben für EEG-Vergütungen und der voraussichtlichen Einnahmen aus dem Verkauf des EEG-Stroms an der Strombörse EPEX Spotmarkt aufgestellt wird.

Quelle:
de.wikipedia.org/wiki/Erneuerbare-Energien-Gesetz

 
  • Konzessionsabgaben sind Entgelte für die Einräumung des Rechts zur Benutzung öffentlicher Verkehrswege für die Verlegung und den Betrieb von Leitungen, die der unmittelbaren Versorgung von Letztverbrauchern im Gemeindegebiet mit Strom und Gas dienen.
  • Die Konzessionsabgabenverordnung regelt Zulässigkeit und Bemessung der Zahlung von Konzessionsabgaben der Energieversorgungsunternehmen im Sinne des § 3 Nr. 18 des Energiewirtschaftsgesetzes an Gemeinden und Landkreise (§ 7) (Gesetze im Internet).
 
  • Zweck des Gesetzes ist es, im Interesse der Energieeinsparung, des Umweltschutzes und der Erreichung der Klimaschutzziele der Bundesregierung einen Beitrag zur Erhöhung der Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung in der Bundesrepublik Deutschland auf 25 Prozent bis zum Jahr 2020 durch die Förderung der Modernisierung und des Neubaus von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen), die Unterstützung der Markteinführung der Brennstoffzelle und die Förderung des Neu- und Ausbaus von Wärme- und Kältenetzen sowie des Neu- und Ausbaus von Wärme- und Kältespeichern, in die Wärme oder Kälte aus KWK-Anlagen eingespeist wird, zu leisten (Gesetze im Internet).
 
  • Zum Kalenderjahr 2012 wurde eine Umlage nach § 19 Abs. 2 StromNEV eingeführt. Letztverbraucher mit einer Jahresarbeit > 10 GWh und einer Benutzungsstruktur > 7.000 Jahresvollbenutzungsstunden können ein individuelles Netzentgelt gemäß § 19 Abs. 2 Satz 1 StromNEV bzw. eine Netzentgeltbefreiung gemäß § 19 Abs. 2 Satz 2 StromNEV beantragen.
  • Die Betreiber von Übertragungsnetzen sind verpflichtet, entgangene Erlöse, die aus individuellen Netzentgelten und Befreiungen von Netzentgelten resultieren, nachgelagerten Betreibern von Elektrizitätsverteilernetzen zu erstatten. Die Übertragungsnetzbetreiber haben diese Zahlungen sowie eigene entgangene Erlöse untereinander auszugleichen.
Die entgangenen Erlöse werden gemäß § 19 Abs. 2 Satz 7 StromNEV entsprechend § 9 KWKG auf alle Letztverbraucher (LV) umgelegt (eeg-kwk.net)
 
  • Es ist eine neue Umlage, die sogenannte Offshore-Haftungsumlage (OHU), erstmals zum 1. Januar 2013 eingeführt worden.
  • Hierbei ist vorgesehen, dass der Windparkbetreiber bei Unterbrechungen, die wegen Leitungsschäden oder fehlender Anbindungen den produzierten Strom nicht ins Netz einspeisen können, ab dem 15. Tag 80 Prozent der ihm entgangenen Einspeisevergütung erhält. Diesen Betrag muss der Netzbetreiber aber nicht selbst tragen, sondern kann diesen als Offshore-Anbindungs-Umlage über die Stromrechnung an die Verbraucher abwälzen.
  • Damit die Kunden erkennen können, welcher Anteil der Stromrechnung auf die Umlage für die Anbindung von Offshore-Windparks entfällt, soll sie gesondert ausgewiesen werden. (eeg-kwk.net)
 
  • Zum 1. Januar 2014 wird eine neue Umlage für abschaltbare Lasten neu eingeführt werden:
  • Mit der Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) vom 20. Dezember 2012 wurde seitens des Gesetzgebers die Möglichkeit geschaffen, dass zukünftig auch Anbieter von abschaltbaren Lasten für Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Netz- und Systemsicherheit vertraglich verpflichtet werden können. Hierbei bilden die Paragraphen §13 Abs. 4a und 4b EnWG die rechtliche Grundlage für weitere Spezifikation von Anforderungen, Vergütungs- sowie Kostenregelungen im Zusammenhang mit den abschaltbaren Lasten. Diese werden zusammen mit den Kriterien für eine technisch und wirtschaftlich sinnvolle Anwendung in der „Verordnung über Vereinbarungen zu abschaltbaren Lasten“ (AbLaV) weiter präzisiert.
  • Im Sinne dieser Verordnung werden abschaltbare Lasten als große Verbrauchseinheiten gesehen, die am Hoch- und Höchstspannungsnetz angeschlossen sind, mit nahezu konstant großer Leistung fortwährend Strom abnehmen und aufgrund der Besonderheiten ihres Produktionsprozesses auf Abruf kurzfristig und für eine definierte Mindestzeiteinheit ihre Verbrauchsleistung reduzieren können.
  • Gemäß der AbLaV werden die deutschen übertragungsnetzbetreiber zukünftig eine Gesamtabschaltleistung von 3.000 Megawatt monatlich ausschreiben. Zur Teilnahme an einer Ausschreibung ist jeder Anbieter berechtigt, der über eine Abschaltleistung verfügt, die die technischen Anforderungen aus den Paragraphen §5 bis 7 AbLaV erfüllt. Die Erfüllung der Anforderungen ist im Rahmen eines Präqualifikationsverfahrens dem übertragungsnetzbetreiber nachzuweisen.
  • Die Verordnung über Vereinbarungen zu abschaltbaren Lasten finden Sie zum Download unter folgendem Link: Gesetze im Internet
 
  • Die Stromsteuer wurde zum 1. April 1999 eingeführt, um lt. Gesetzesbegründung Energie durch höhere Besteuerung zu verteuern und damit dem Beispiel anderer EU-Staaten wie z. B. Dänemark, den Niederlanden und Österreich zu folgen sowie um eine Senkung der Lohnnebenkosten durch eine Herabsetzung der Sozialversicherungsbeiträge gegenzufinanzieren. Sie war damit Teil des Einstiegs in die Ökologische Steuerreform.
  • Ca. 90 % der Einnahmen aus der Stromsteuer fließen hierzu in die Rentenkasse. Dadurch konnte der Arbeitgeberanteil an den Rentenversicherungsbeitragssätzen abgesenkt werden. Im Jahr 1998 betrug der Arbeitgeberanteil noch 10,15 % (Gesamtbeitragssatz 20,3 %), durch die Einnahmen aus der Stromsteuer konnte im Jahr 2006 der Arbeitgeberanteil um 0,4 %-Punkte auf 9,75 % (Gesamtbeitragssatz 19,5 %) vermindert werden. (Wikipedia)

Im Jahr 2013 wird der regulierte und mit Steuern und Abgaben beaufschlagte Bestandteil des Strompreises 69 % betragen.


 

Die Bezugskosten ermitteln sich aus dem sehr volatilen Markt an der Strombörse in Leipzig.

So werden sogenannte Futures, Beispiel Baseload für das Lieferjahr 2013, seit dem 28. Dezember 2006 langfristig gehandelt. Die Nachfrage im Strommarkt ist vor allem durch zeitlich differenziertes Verbraucherverhalten gekennzeichnet. Um diesem Umstand gerecht zu werden, unterscheiden sich die angebotenen Produkte an einer Strombörse vor allem durch die zeitliche Länge der Lieferung. Weiter vereinfachen die Blockprodukte den Handel an der Börse.

Am Terminmarkt werden langfristige Geschäfte mit einer Laufzeit von bis zu mehreren Jahren getätigt. Dadurch können die Teilnehmer eine sichere Grundversorgung über einen längeren Zeitraum hinweg gewährleisten. Da sich Strom aber nicht ökonomisch speichern lässt, werden am Spotmarkt Produkte mit kürzerer Laufzeit gehandelt. Baseload-Blöcke sollen dabei die Grundlast eines Tages abdecken.

Lastprofil eines durchschnittlichen Werktages Lastprofil eines durchschnittlichen Werktages

Ein 24-h-Block bedeutet die Lieferung elektrischer Energie mit konstanter Leistung in der Zeit von 0:00 Uhr bis 24:00 Uhr. Die Handelseinheit sind 24 MWh, das entspricht einer konstanten Leistung von 1 MW. Um die stärkere Nachfrage am Tag gegenüber der Nacht zu berücksichtigen, werden zwischen 8:00 Uhr und 20:00 Uhr Peakload-Blöcke (Spitzenlast) angeboten mit einer Handelseinheit von 12 MWh, was wiederum 1 MW konstanter Leistung entspricht. Um noch feinere Abstufungen in der Tageslastlinie zu ermöglichen, können zusätzlich noch Einzelstundenkontrakte gehandelt werden. Als Off-Peak bezeichnet man die Blöcke vor und nach einem Peakload-Block, zeitlich betrachtet also von 0:00 Uhr bis 8:00 Uhr und von 20:00 Uhr bis 24:00 Uhr. (Wikipedia)


 

Strukturkosten sind Kosten, die sich in der Akquisition, in der Werbung, in der Werks-Administration, in der kaufmännischen und technischen Verwaltung, den Anlagenkosten, in der Logistik, in der Navigationsfähigkeit des Unternehmens abbilden. Die Strukturkosten werden auch Fixkosten, Periodenkosten oder Bereitschaftskosten genannt. (Schäffer-Poeschel, 2010)


 

Marge

 

Die Marge beschreibt die Differenz zwischen den Einnahmen und den Ausgaben. Dabei wird häufig auch vom Gewinn gesprochen. Mit Marge wird der Gewinn und der Überschuss nach Abzug der Kosten in allen Wirtschaftszweigen beschrieben. Werden Einnahmen gemacht, müssen die Kosten abgezogen werden. Am Ende wird ein gewisser Betrag übrig bleiben. Dieser Betrag ist dann die Marge. (XPaket)


 


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